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Die Fahrradtour: Tag 7 – 16.04.2009

Heute war ein Tag mit sehr vielen interessanten Sehenswürdigkeiten.

In Höxter folge ich dem Europaradwanderweg R1 in westlicher Richtung. Ziemlich schnell muss ich also das Oberwälder Land überqueren. Der Aufstieg gestaltet sich sehr sanft, außerdem führt der Weg dabei zu einem großen Teil durch kühle Waldluft.

Die nächsten Kilometer sind fast eben und ich komme schnell voran. Die Landschaft ist abwechslungsreich und überall wunderschön. Schnell kome ich immer näher an das Eggegebirge heran – und bald komme ich mir vor wie in der Achterbahn, so schnell wechseln sich krasse Auf- und Abstiege ab.

Plötzlich taucht Gut Wintrup vor mir auf. Ich kenne dieses Haus von Bildern – Graf Metternich hat es in den siebziger Jahren der Krautrock-Gruppe Kraan zur Verfügung gestellt. Ich hätte nie gedacht, dass ich es einmal zu sehen bekomme.

Einige Kilometer weiter gerate ich an eine Quelle (ich vermute, dass hier der Silberbach entspringt). Sie ist umringt von Leuten mit vielen, großen Kanistern. Ich frage nach, was es damit auf sich hat und befürchte schon irgend etwas esoterisches. Es geht aber nur um die Wasserqualität, die von den Leuten hoch gelobt und geschätzt wird. Da meine Trinkflasche gerade leer ist, fülle ich sie an der Quelle. Tatsächlich ist das kühle Quellwasser sehr lecker und erfrischend.

Ein weiteres Stück weiter tauchen plötzlich vor mir die Externsteine auf. Ich bin überwältigt und nehme mir etwas mehr Zeit, um den Eindruck in mich aufzunehmen. Ein Team des WDR ist auch vor Ort, außerdem hat das schöne Wetter zahlreiche Besucher angelockt.

Das Hermannsdenkmal befindet sich auch ganz in der Nähe; zu Gesicht bekomme ich es von meinem Weg aus jedoch nicht.

Um Detmold herum hoffe ich nach jedem Hügel, endlich das flache Land zu sehen. Doch das läßt auf sich warten. Teilweise habe ich sogar den Eindruck, dass Radwege mit Absicht über Hügel geführt werden, um die armen Radfahrer zu quälen. Wer weiß, vielleicht steckt auch die Automobilindustrie dahinter. Ganz knapp, bevor sich diese Gedanken zu einer ausgewachsenen Paranoia entwickeln können, erreiche ich wieder mal die Kuppe eines Hügels. Und dahinter erstreckt sich ein sanftes Gefälle, soweit das Auge reicht.

Fast ohne Kraftanstrengung rolle ich nach Schloss Holte. Inzwischen wird dern Himmel immer düsterer, es wird merklich kühler und ein Wind kommt auf. Ich suche nach einem Pensionszimmer, bekomme eine Absage – und dann sehe ich mir den Wetterbericht im Internet an. Es soll noch abends regnen und den folgenden Tag komplett durch. Ich beschließe, dass ich nicht im Regen fahren möchte und erkläre meine Radtour für beendet.

Mit der NordWestBahn fahre ich nach Münster, und hier wartet meine Mutter schon mit einem großen Topf Nudeln auf mich. Eine Wohltat nach dem ganzen Döner-Pizza-Junkfood und den vielen Müsliriegeln!

Später schaue ich noch einmal aus dem Fenster. Es pisst.


Größere Kartenansicht oder direkt in Google Earth anzeigen.

Alle Bilder der Tour gibts auch in der Gallery.

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