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55 Jahre billiger Atomstrom

Unendlich billig sollte der Strom aus Atomkraftwerken sein – so billig, dass Stromzähler sich nicht lohnen würden. Schon drei Jahre vor Hiroshima und Nagasaki wurde 1942 der erste funktionierende Atomreaktor gebaut. 1953 hielt Präsident Eisenhower seine berühmte Atoms-for-Peace-Rede, und ab 1956 speiste im britischen Calder Hall das erste kommerzielle Atomkraftwerk Strom ins Netz ein.

Seither wird das Mantra vom billigen Atomstrom gebetsmühlenartig wiederholt. Aber alles im Leben hat seinen Preis, das gilt auch für die Kernenergie. Lukrativ ist sie nur für die Kraftwerksbetreiber.

Teuer wird es hingegen für die Gesellschaft. Nach 55 Jahren Atomkraft-Nutzung haben wir jetzt bereits die dritte Reaktor-Havarie erlebt. Der Unfall von Harrisburg kostete eine Milliarde Dollar – aus heutiger Perspektive eine Lappalie. In Tschernobly beträgt der Schaden bis heute bereits mehrere hundert Milliarden Dollar. Auch nach 25 Jahren ist kein Ende in Sicht – die Ukraine muss jährlich 5-7% des Staatsbudgets für die Folgen der Katastrophe ausgeben. Fukushima hat das Zeug dazu, diese Kosten noch einmal deutlich zu toppen.

Aber auch das war noch gar nichts. Die Welt sitzt mittlerweile auf 300.000 Tonnen hochradioaktivem Abfall. Auch nach 55 Jahren Atomenergie gibt es weltweit noch kein einziges Endlager. Niemand weiß, wohin mit dem Müll – aber jedes Jahr kommen 12.000 Tonnen dazu! Was es kosten wird, das Zeug für die nächste Million Jahre sicher einzulagern? Aus unsicheren Versuchsanlagen wie z.B. der Asse zurückzuholen? Das alles interessiert die Energiekonzerne nicht, denn dieser Teil der Rechnung wird von der Gesellschaft beglichen.

Selbst wenn man die Folgen für Umwelt und Gesundheit gar nicht betrachtet, erscheint Atomenergie vor diesem Hintergrund absurd.

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