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Schablonentechnik noch präziser

Beim Frühstück hatte ich heute die Idee für ein neues T-Shirt. Als großer Hundefan hatte ich schon einige Detail Zeit über den Spruch „In Dog We Trust“ nachgedacht, plötzlich war mir auch ein passendes Bildmotiv klar: Berta!

Berta ist der weltbeste Kuschelhund, den meine Frau für mich vor einigen Monaten genäht hat. Mein T-Shirt sollte also eine Hommage an diesen Hund werden, aber nachdem die Arbeit mit Inkscape beendet war und ich die ausgedruckte Vorlage in der Hand hatte, war sofort klar: Dieser Entwurf ist viel filigraner als alle vorherigen. Dafür war meine bisher angewendete Methode zu grob.

Als Kommentar auf meinen ersten Artikel über T-Shirts in Schablonentechnik hatte ich den Tip mit dem Freezer Paper bekommen. Dieses Papier mit Kunststoffschicht wird gern für Schablonentechnik benutzt, aber es ist vor allem in Amerika erhältlich – in Deutschland kommt man schwer dran. Vor einiger Zeit hatte ich aber schon einmal davon gelesen, wie sich jemand selbst einen ähnlichen Werkstoff aus Papier und Kunststofffolie hergestellt hat.

Laminieren mit dem Bügeleisen Für mich lag es nahe, das selbstgemachte Freezer Paper direkt aus der ausgedruckten Vorlage anzufertigen. Und es hat hervorragend funktioniert: den Ausdruck aus dem Laserdrucker habe ich beidseitig mit Frischhaltefolie verschweißt. Dazu wurde das Bügeleisen auf Baumwolle eingestellt; als Trennung diente Backpapier (ganz komme ich von dem Zeug also nicht los). Von der Mitte zum Rand hin arbeiten brachte bei mir ein gutes Resultat. Das Ergebnis war ein Verbundwerkstoff, der ungefähr so fest wie Karton war, dabei aber etwas dünner.

Das Material ließ sich mit dem Teppichmesser hervorragend schneiden. Hier zeigte sich der erste große Vorteil der neuen Methode: da sich die Markierung direkt auf dem zu schneidenden Werkstoff befindet, kann beim Schneiden nichts verrutschen und man kann das Material drehen wie man möchte. Außerdem ist der Verbundstoff deutlich reiß- und knickfester. Wie ähnlich er echtem Freezer Paper ist, kann ich nicht beurteilen – ich hatte noch keins in der Hand.

malen

Die fertige Schablone wurde nun (wieder mithilfe von Backpapier) direkt auf das T-Shirt gebügelt – gleiche Methode wie bei der Herstellung des „Freezer Papers“. Anschließend konnte die Farbe aufgetragen werden. Auch hier zeigte sich, dass die neue Methode besser funktioniert: das mit Montage-Sprühkleber fixierte Backpapier kann leicht verrutschen, aber das Kunststoffmaterial sitzt bombenfest auf dem Jersey-Stoff. Dementsprechend muss beim Ablösen etwas mehr Kraft aufgewendet werden.

so sieht's angezogen aus Der Rest funktioniert wie gehabt: trocknen lassen und hinterher die Farbe von links einbügeln. Den besonderen Pfiff brachte bei diesem Motiv aber das angenähte Knopfauge – genau wie beim Original 😉

Mich selbst überzeugt das Resultat absolut. Die alte Methode mit Backpapier und Montagekleber ist ab sofort total out, der selbst laminierte Verbundstoff ist viel besser geeignet. Obwohl ich mit der Schablone beim Abziehen etwas ruppig umgehen musste, ist sie übrigens intakt geblieben. Möglicherweise kann man sie mehrfach verwenden, das muss ich irgendwann einmal testen.

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